Wir stellen den Gesundheitsminister zur Rede! Wenn Karl Lauterbach am Mittwoch, 27. September 2023, dem Deutschen Apothekertag digital zugeschaltet wird, verlangen wir Antworten!

Trotz bundesweiter Proteste und viel Unterstützung aus der Bevölkerung unternimmt die Bundesregierung leider weiterhin nichts, um die Apotheken vor Ort zu stabilisieren. Unser Apothekenteam wird während seiner Rede genau zuhören, ob und wie er die Fragen der ABDA – das ist die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände – zur Zukunft der Apotheken beantwortet. Denn seine Antworten auf unsere Fragen sind überfällig: Trotz des Lieferengpassgesetzes sind hunderte Medikamente für Patientinnen und Patienten weiterhin nicht erhältlich. Obwohl laut Koalitionsvertrag die Vor-Ort-Apotheken gestärkt werden sollen, ist das flächendeckende Netz der wohnortnahen Arzneimittelversorgung gefährdeter denn je. Wir fragen: Warum? Und wir erwarten Antworten – nicht nur für uns, sondern für die Gesundheitsversorgung unserer Patienten!

Deshalb hat unsere Apotheke an diesem Tag der Antworten nachmittags zwischen 13 und 16 Uhr geschlossen. Wir bitten um Verständnis! Wie gewohnt, sind natürlich die Notdienstapotheken für Sie dienstbereit.

Neue und innovative Medikamente sind nicht immer günstig. Das wissen wir. “Apothekenpreise” entstehen aber nicht einfach so. Bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln sind sie nämlich staatlich reguliert. Die durchschnittliche Preisentwicklung bei auf dem Markt befindlichen Medikamenten ist seit 15 Jahren sogar rückläufig. Der Arzneimittelpreisindex, also die durchschnittliche Entwicklung der Preise für Arzneimittel zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung, ist um 18,7% gesunken. Im gleichen Zeitraum sind die Verbraucherpreise um 37,4% gestiegen. Aus vielen herzlichen Begegnungen mit unseren Patienten wissen wir, dass sie unsere Arbeit wertschätzen. Nur bei der Politik müssen wir die Wertschätzung einfordern. Und eine gerechtere Honorierung ebenfalls.

Spätestens seit den Lieferengpässen von wichtigen Arzneimitteln im vergangenen Winter stehen Rabattverträge der Gesetzlichen Krankenkassen in der Kritik. Für uns gehören sie bereits seit mehr als 15 Jahren zum Alltag. Mittlerweile gibt es etwa 39.000 kassenspezifische Rabattverträge, die wir bei jeder Ausgabe eines Präparats beachten müssen. 5,5 Milliarden Euro haben die gesetzlichen Krankenkassen über diese Rabattverträge im vergangenen Jahr gespart. Solche Einsparungen sind bestimmt wichtig. Doch sollten sie nicht zu den erheblichen Lieferengpässen führen, von denen unsere Patientinnen und Patienten betroffen sind. Wir setzen uns dafür ein, dass sich etwas an der Sparpolitik im Gesundheitswesen ändert!

Die Umsätze der Apotheken steigen, die Ausgaben aber auch. Wir bekommen pro Medikament, das wir abgeben, einen festen Betrag. Aktuell sind das 8,35 Euro, von denen Steuern, Personalkosten, Betriebskosten usw. abgehen – daneben auch ein Abschlag an die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV), um ihre Ausgaben zu begrenzen. Bisher belief sich der Kassenabschlag auf 1,77 Euro pro abgegebene Packung. Seit Februar zahlen wir 2 Euro pro Packung an die GKV und das bei steigenden Personal- und Betriebskosten, Stichwort Energie und Inflation. Und dieses Geld fehlt uns für die Sicherung der Patientenversorgung oder für die Nachwuchsgewinnung.

Wir setzen uns weiterhin für eine wohnortnahe, zuverlässige Arzneimittelversorgung ein. Denn wir wollen unsere Patienten optimal versorgen – ohne Lieferengpässe, mit weniger Bürokratie für uns und mehr Zukunftsaussichten für unseren Nachwuchs!

Apotheken kaputtsparen? Mit uns nicht!